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Donnerstag, 29. Juli 2010

FINANCE-Multiples


Rechenbeispiel

"EBIT " ist die englische Abkürzung für Earnings Before Interest and Tax, übersetzt also der Gewinn vor Zinsen und Steuern oder das operative Betriebsergebnis. Aus der üblichen GmbH-Bilanz wird dieser Wert ermittelt, indem dem Ergebnis vor Steuern das Netto-Zinsergebnis wieder aufgeschlagen wird. Im Idealfall liegen Daten für die letzten zwei Geschäftsjahre sowie Schätzungen für das aktuelle und die drei folgenden Jahre vor. Ist dies der Fall, so sollte hieraus der Mittelwert gebildet werden.

Die Nettofinanzverschuldung errechnet sich aus der Summe der zinstragenden Verbindlichkeiten abzüglich der überschüssigen Barreserven. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden nicht eingerechnet, da sie zum laufenden Geschäftsbetrieb gehören und in der Regel nicht zinstragend sind. Die überschüssigen Barreserven bestehen aus Bargeld, Sichteinlagen und kurzfristigen Geldanlagen, die nicht aus reinen Liquiditätsgesichtspunkten zur Aufrechterhaltung der Geschäftstätigkeit erforderlich sind. Stichtag ist immer der Tag der Unternehmensbewertung.


Auszug aus Bilanz und GuV der XY-GmbH:

Umsatz: 2.500
Vorsteuerergebnis: 510
./. Zinserträge: – 2
+ Zinsaufwand: 42
= EBIT: 550
Bankschulden: 450
+ Gesellschafterdarlehen: 350
./. überschüssige Liquidität auf Festgeldkonto: 100
= Nettofinanzverschuldung: 700 Euro

Berechnung des Unternehmenswertes auf EBIT-Basis

EBIT: 550
x Multiplikator: 6,4x
= Unternehmenswert: 3.520
./. Nettofinanzverschuldung: 700
= Eigenkapitalwert 2.820 Euro

Berechnung des Unternehmenswertes auf Umsatz-Basis

Umsatz: 2.500
x Multiplikator: 1,08x
= Unternehmenswert: 2.700
./. Nettofinanzverschuldung: 700
= Eigenkapitalwert 2.000 Euro


Die Tatsache, dass der Unternehmenswert bei Verwendung des EBIT-Multiples höher berechnet wird als mit dem Umsatzmultiple, deutet darauf hin, dass das Unternehmen eine höhere Profitabilität als die betrachteten Vergleichsunternehmen hat. Der Unternehmenswert gibt an, wie hoch das operative Geschäft des Unternehmens bewertet wird.
Dem Eigentümer steht jedoch nur der Unternehmenswert zu, der nicht von Dritten finanziert wurde.

Die Nettofinanzverschuldung muss daher vom Unternehmenswert abgezogen werden, um den Eigenkapitalwert zu erhalten, da die Schulden vom Käufer des Unternehmens zu übernehmen sind. Der Eigenkapitalwert gibt somit an, wie hoch der Verkaufserlös für die Gesellschaftsanteile des gesamten Unternehmens wäre.